BÖLLERGRUPPE

Festrede zum 20 jährigen  Bestehen

 

 

Ja, die Böllergruppe des SV Waldkirch wird 20.

Wie schnell doch die Zeit vergeht.Es waren einmal 2 aktive Schützen, Erich Gah und Erwin

Kitzinger, die 1998 einfach mal was anderes machen wollten.

Schiessen zwar schon, aber etwas, wo man sich net so plauga

muass und vielleicht leichter trifft.

Irgendeiner kam dann aufs Böllern, keiner wusste wie so was gatt.

Dann kommt Erwin Schwab ins Spiel, er war schon seit 1987 Kanonier in Rechbergreuthen und hat sich auskennt mit Böllerpulver.

Die 3 haben dann den Sachkundekurs gemacht und die Erlaubnis §27 angefordert und 3 neue Böller gekauft.

Jetzt waren es schon mal 3.Man konnte schon kleinere Sachenböllern

Das erste offizielle Böllern war am Volkstrauertag, die 3 waren richtig nervös und angespannt, ob die neuen Böller auch funktionieren?

Drumm wurde einen Tag vorher geübt, bei der Blockhütte doba,oberhalb der Schluacht, mittlescht im Wald.

Der Test hat wunderbar geklappt, daher war man zuversichtlich für den nächsten Tag.

Am Volkstrauertag selber hatte dann ausgerechnet  Schwab Erwin den

Versager, was ihn sichtlich geärgert hat, dass er seinen Schuss kurz drauf voller Zorn nachgeschossen hat.

2002, 2003 und 2010 kamen weitere dazu, jetzt 14 Böllerschützen,eine stattliche Gruppe, davon immerhin 3 Frauen.

Und so hat man dann jedes Schiessen in der Umgebung wargenommen,

Man war schliesslich heiß aufs Böllern.

Ja, wenn man so zurückblickt, fallen einem einige herausragende Begebenheiten ein, die sich in dieser Zeit ereignet haben:

Kurios war ein Böllerkauf 2002, den werden einige nie vergessen:

Herr Mayer aus Kühbach, bei dem wir auch den Sachkundekurs gemacht

hatten, hat uns im liegen seine Böller verkauft.

Des war so: Er war nämlich nebenbei  auch Glaser und beim Einbau einer neuen Glasscheibe hat er sich dermassen am Oberschenkel geschnitten, dass er sich auf den Boden legen musste. Er wollte

uns aber nicht weg schicken und so hat er 5 Böller im Liegen an uns verkauft.

Ein herausragendes Böllerereignis war auch 2008: Anlässlich der 850

Jahr- Feier der Landeshauptstadt München waren wir eingeladen,

unter der Bavaria auf der Theresienwiese zu böllern. Der Zufall wollte es dann so, dass wir nach der Aufstellung in der ersten Reihe direkt vor dem damaligen OB Ude und anderer  Politikprominenz standen.

Oder auch:

Einer hat seinen Böller an einen Lattenzaun gehängt und nicht mehr gefunden bis kurz vor dem Schiessen, in Roßhaupten.

Ein anderer hat bei der Dämmerung nicht bemerkt, dass er mit leeren Pulverdosen geladen hat und sich gewundert, warum er das ganze Schiessen nur Versager hatte.

Wieder ein anderer hatte bei einem Schiessen auch lauter Versager, net 1 Schuss hat er rausgebracht, bis heute weiss man nicht, was da los war.

Ein etwas älterer Böllerkollege hat immer Angst, zu wenig Pulver dabei zu haben, wahrscheinlich würde sein Vorrat für die ganze Gruppe reichen.

Erwähnenswert ist auch die Fahrt mit den Holzheimern nach

Straubing, das Schiessen damals war geprägt von "Vorschiessern",

was den Schiessleiter zu dem Spruch hinreißen ließ: "Ja wia hammers denn"

 

Natürlich sind wir ,wenn es nur irgendwie geht ,bei den schwäbischen und bayrischen BST mit dabei sowie bei Schiessen von benachbarten Gruppen.

Unser Böllerarsenal kann sich sehen lassen: 3 Kanonen, 1Schaftböller,16 Handböller, darunter

2 Vereinsböller.

Auch bei den Schiessleitern ist bodenständigkeit angesagt, ErwinKitzinger + Erwin Schwab machen das seit, wen wunderts, 20 Jahren.

Zum Thema Sicherheit: Wir machen vor jedem Schiessen eine interne Besprechung -  hat sich bewährt.

Seit ein par Jahren ist auch unsere Versagerstatistik enorm gesunken: Mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass Böllerpflege da wirklich hilft.

Zwischendurch 2003 wurde eine Böllertracht angeschafft. Ausgedehnt

auf den Schützenverein für die Fahnenabordnung, damit die auch nach was

gleichsehen.

Wie der Karl vorher schon gesagt hat, es wird schon lange geböllert

aber warum böllert man?

Das Böllern ist stark mit dem Schützenwesen verbunden, daher sind viele Böllergruppen aus Schützenvereinen entsprungen.

Auch das Schützenwesen pflegt viel Tradition, das fängt bei den Trachten an und in süddeutschen Gebieten ist Böllern eine Familientradition, die über Generationen so weitergeführt wird.

In Süddeutschland wird im übrigen am Volkstrauertag durch Böllerschüsse an die gefallenen Soldaten beider Weltkriege gedacht.

Und noch was: In bairisch- österreichischen Gebieten sagt man auch

Prangerschiessen zum Böllern, daher auch das Wort Prangerstutzen.

Dann noch was Geschichtliches: Vielleicht sagt euch das Hornberger

Schiessen was:,auch das hat mit Böllern zu tun:

Der Sage nach fand um 1700 herum das Hornberger Schiessen statt. Da wurde so lange die Ankunft des Fürsten geübt, bis beim Eintreffen von ihm kein Pulver mehr da war.

Die Böllergruppe Waldkirch ist untergegliedert im SV Edelweiss Waldkirch. Wir organisieren und finanzieren uns selbst.

SV Waldkirch: 1950 wiedergegründet nach dem 2. Weltkrieg, derzeit rund 130 Mitglieder.

Seit dem Aufstieg der LP One 2015 in die 1. BL und dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2016 in ganz Deutschland ein Begriff was LP- Schiessen angeht.

Die LP 2 ist in der Bayernliga aktiv und gerade erst ist die LP 3 in die Bezirksliga aufgestiegen.

Aber beim SV Waldkirch wird nicht nur sportlich herausragendes geleistet.

Auch Tradition  wird gepflegt – das machen wir Böllerschützen!

Bei runden Geburtstagen, auf Hochzeiten aber auch bei Beerdigungen sind wir da, wenn es heisst, mit Böllersalut zu ehren.

Möge die Böllertradition auch weiterhin von uns Böllerschützen

gepflegt werden und vor allem, stets unfallfrei verlaufen.

Ich bin am Ende meiner Ausführungen 

Endris Jo

  

 

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